Marktanalyse

13.03.2026

Operation „Epic Fury“ hat den Finanzmärkten eine erhebliche Dosis Volatilität beschert. In der Folge schossen die Öl- und Gaspreise in die Höhe, da die wichtige Straße von Hormus de facto geschlossen ist und Irans Angriff auf die Golfstaaten Befürchtungen über erhebliche Beeinträchtigungen zentraler Infrastrukturen der Region ausgelöst hat, darunter Öl- und Gasanlagen, Industriekomplexe, Flughäfen und weitere Anlagen. Steigende Energiepreise haben zudem Sorgen vor einem Wiederaufflammen des Inflationsdrucks geschürt, was die Fähigkeit der Zentralbanken, die Zinsen zu senken, einschränken oder sie sogar zu einer Straffung der geldpolitischen Bedingungen zwingen könnte. In der Folge stiegen die Anleiherenditen, die Aktienmärkte gaben nach, und der USD wertete auf, was als Zeichen seiner Rolle als sicherer Hafen zu werten ist. Gold legte zunächst ebenfalls zu, gab aber später den Großteil der Gewinne aufgrund der USD-Stärke wieder ab. An den Aktienmärkten traf es die asiatischen Indizes am stärksten, da die Region direkt von Ölimporten aus dem Golf abhängig ist. Auch europäische Aktien gerieten unter Druck. Zwar ist Europa nur begrenzt direkt von Energieimporten aus der Region abhängig, doch als Nettoenergieimporteur bleibt der Kontinent steigenden Energiekosten ausgesetzt. Die US-Märkte waren am wenigsten betroffen, da die USA ein Nettoenergieexporteur sind. Wichtig ist, dass diese Marktreaktionen ein rationales Preisverhalten widerspiegeln und die fortbestehende Rolle des USD als globale sichere Anlageklasse beruhigend wirkt. Ein Vertrauensverlust in den globalen sicheren Hafen hätte die bereits erhöhte Volatilität zusätzlich verschärft und Anleger vor zusätzliche Herausforderungen gestellt. Die zentralen Entwicklungen, d. h. steigende Ölpreise, potenzieller Inflationsdruck mit Auswirkungen auf erwartete Leitzinssenkungen der Fed sowie ein stärkerer USD, laufen jedoch den Prioritäten der aktuellen US-Regierung zuwider. Zudem stellt die Tatsache, dass asiatische Volkswirtschaften möglicherweise am stärksten betroffen sein könnten, eine zuvor beliebte Anlagestrategie infrage: eine Umschichtung aus den USA hin zu Asien und den Schwellenländern. Während eine solche Positionierung vor Operation Epic Fury sinnvoll gewesen sein mag, rechtfertigen die jüngsten Entwicklungen derzeit einen vorsichtigeren Ansatz. Daher halten wir an unserer insgesamt neutralen Haltung bei Risikoanlagen fest. Am wichtigsten bleibt es, unsere Portfolios widerstandsfähig gegenüber potenziellen weiteren Schocks zu machen, indem wir eine breite Diversifikation über Regionen, Sektoren und Anlageklassen hinweg sicherstellen.